Uzunyayla Rural Research

A Room for Uzunyayla–Reaktivierung eines Dorfhauses in Saçayagı in der Türkei

University RWTH Aachen, AGU Kayseri mit lokalen Beteiligung der DorfbewohnerInnen
Course Forschungsseminar/ Wahlfach Masterprogamm  
Lecturer Medine Altiok 
Dates Part 1: 2022–2023 ; Part 2: In Vorbereitung 


Impressionen vor Ort 

            A Room for Uzunyayla ist eine kleine, realisierte Intervention mit Studierenden und lokaler Gemeinschaft. Im Zentrum stehen Re-Use, Low-Tech, vorhandene Materialien und gemeinschaftliches Bauen.

        Das Projekt entstand 2022–2023 über drei Semester als Master-Wahlfach der RWTH Aachen in Kooperation mit der Fakultät für Architektur der Abdullah Gül Universität in Kayseri. In zwei Workshops vor Ort arbeiteten Studierende beider Hochschulen gemeinsam mit Bewohner in Saçayagı, einem der 42 tscherkessischen Dörfer der Region Uzunyayla bei Kayseri. Ausgangspunkt war ein weitgehend leerstehendes, etwa 70 Jahre altes Dorfhaus mit Wohnräumen, Lagerräumen und ehemaligen Stallbereichen. Die Region ist durch Landflucht, Überalterung und den Wandel lokaler Bautraditionen geprägt. Das Haus wurde vermessen, gezeichnet, fotografiert und über Interviews, Material- und Konstruktionsstudien untersucht.

        Während der Workshops wurde ein Raum des Hauses instandgesetzt und als erste 1:1-Intervention reaktiviert. Lokale Bauweisen mit Naturstein, Lehmziegeln, Holz, Erde, Stroh und handwerklichen Putztechniken wurden vor Ort erprobt und weitergedacht. Der instandgesetzte Raum diente anschließend als temporärer Ausstellungs- und Begegnungsort, in dem die Ergebnisse der Feldforschung Bewohner, Studierenden und Lehrenden präsentiert wurden. Das Projekt bildet die Grundlage für einen langfristigen Design-Build-Prozess, der das leerstehende Haus schrittweise zu einem gemeinschaftlich nutzbaren Ort für das Dorf transformieren soll.

        Das Projekt thematisiert ländliches Erbe, demografischen Wandel, interkulturellen Austausch und nachhaltiges Low-Tech-Bauen. Architektur wird hier als Praxis der Aufmerksamkeit verstanden: beobachten, reparieren, vorhandene Strukturen lesen und Räume für zukünftige Gemeinschaft schaffen.